Ein Tag in der Spielkiste

Um 7.00 Uhr gehen die Lichter an in den Kindergruppen der Kinderbetreuungseinrichtung Spielkiste. Seit September 2017 sind es die Gruppen Kunterbunt, Purzelwiese, Fägnäscht und neu im Bunde: das Wuselstüble. Jedes Kind wird von den Betreuerinnen freundlich begrüßt und willkommen geheißen. Noch rasch ein paar Worte mit den Eltern gewechselt und dann geht’s los: Ein neuer Spielkistentag beginnt.


Die Gruppenräume sind offen und die Kinder suchen sich aus, wo sie gerne sein und was sie gerne spielen möchten.

Manche Kinder tauchen sofort wieder ein ins Spiel, manche sind noch müde oder der Abschied ist schwer gefallen, dann suchen sie für eine Weile Nähe und Sicherheit auf dem Schoß einer Betreuerin.


Bald schon herrscht jedoch reges Treiben in den Gruppenräumen, auf der Piazza oder im Bewegungsraum. Die Kinder wählen selbstbestimmt, was und mit wem sie spielen möchten. Die Betreuerinnen beobachten gut, erkennen, wo Hilfe gebraucht wird und unterstützen die Kinder.

Ab 9:30 Uhr gibt es eine Jause. Eine Auswahl an Obst, Gemüse, Brot, Wurst, Käse und Joghurt steht bereit und für die Kleinsten die von den Eltern vorgeschlagene oder mitgebrachte Nahrung. Die Kinder wählen selbst, was und wie viel sie gerne möchten. Auf dem Tisch steht ein Kinderkrug mit Wasser und die Kinder schenken sich selbst davon ein. Wenn am Anfang noch etwas daneben geht, macht das nichts. Bald schon klappt es prima und sie sind stolz auf ihre Selbständigkeit.


Manchmal wird auch gemeinsam gekocht – eine feine Kürbissuppe zum Beispiel oder Brot gebacken oder Fruchtsalat gemacht.

Die gemeinsame Jause hat etwas Verbindendes und die Kinder nehmen sich ganz bewusst als Teil der Gruppe wahr: Miteinander essen, etwas Schönes oder Lustiges erzählen, dazugehören… das findet hier statt.

Wenn die Kinder fertig sind, räumen die Kinder Teller und Glas ab – damit für sie und uns klar ist: Ich bin jetzt satt und geh jetzt wieder spielen.


Uns unsere Jüngsten? Sind mittendrin, sitzen auf dem Schoß der Pädagoginnen, beobachten alles und werden liebevoll umsorgt und verpflegt.


Um 10.30 Uhr bieten wir den Kindern einen Impuls an. Wir gehen dazu in unsere Gruppe und schließen die Türe. Nun sind wir für uns. Vielleicht haben wir vorher schon gesungen und getanzt – aber jetzt widmen wir uns einem ganz bestimmten Thema. Meistens sitzen alle Kinder gespannt im Kreis, lauschen oder erzählen und machen bei den Reimen und Liedern mit. Wer nicht mitmachen mag, sucht sich eine leise Beschäftigung, damit die anderen Kinder nicht gestört sind. Abwechselnd gibt es neben dem freien Spiel angeleitete Impulse im Bewegungsraum und Werkraum, wobei letztlich immer die Phantasie der Kinder über der vorgeschlagenen Aktivität steht.
Um 11.15 Uhr machen wir uns bereit für den Spielplatz. Unser Spielplatz ist „gerätefrei“. Das heißt, dass es keine Schaukel oder Rutsche gibt. Für viele ist das unvorstellbar. Die Kinder zeigen uns jedoch jeden Tag, um wie viel aktiver und phantasievoller sie spielen, seit es „nur“ einen Sandplatz, Wasser, einen Hügel, Sträucher und viel Platz gibt. Sie laufen, spielen fangen, kugeln den Hügel hinunter, sammeln die Blüten des Kastanienbaumes und der Linde, spüren die kugeligen Lindenknospen und lassen die Früchte wie kleine Propeller zu Boden tanzen. Sie sammeln sie in Eimern, schmücken die Sandkuchen damit. Es gibt viel weniger Konflikte, viel mehr Miteinander, viel mehr gute Ideen und lustige Einfälle….

Um 12 Uhr werden die Vormittagskinder abgeholt und für die Kinder, die zum Mittagessen bleiben, wird der Tisch gedeckt.

Die Kleinen füttern wir – lassen sie aber auch selbst probieren – manchmal wird mit den Händen nachgeholfen, bald probieren sie auch mit Besteck zu essen. Es darf auch etwas danebengehen: wir geben den Kindern die Möglichkeit und Zeit zum Üben. Natürlich unterstützen wir und achten darauf, dass jedes Kind satt wird.

Nach dem Essen bekommen die Kleinen eine frische Windel und dann wird jedes Kind, das einen Mittagsschlaf hält, mit seinem eigenen Ritual von einer Bezugsbetreuerin zu Bett gebracht.

Die größeren Kinder, die nicht mehr schlafen möchten, verbringen eine Ruhezeit und lassen sich aus einem Buchvorlesen.


Am Montag und Mittwoch machen sich die "Waldflöhe" um halb zwei mit ihren Betreuerinnen auf den Weg zum Treffpunkt.

Am Dienstag und Donnerstag Nachmittag bieten wir eine Nachmittagsbetreuung im Haus für die Kinder jeden Alters an. Hier treffen sich die Kinder aus allen drei Gruppen und ganz neue Freundschaftsbande werden geknüpft.